Sportunterricht

Nachfolgend sind einige Hinweise zur Durchführung des Sportunterrichts an Schulen in NRW angeführt, die sich aus Rückfragen von Seiten verschiedener Sportkolleginnen / Sportkollegen oder aus Hinweisen der Behörden ergeben haben. Die neuesten Informationen stehen immer oben an!

(23.11.04)

Thema: Klassenfahrten - Skiunterricht nach Nachtfahrten :

Gibt es einen Erlass bezüglich Skikurse der besagt, dass man am Tag der Ankunft im Skiort keinen Skiunterricht geben darf ?

Aussagen zum Bereich Skifahren macht der Erlass "Sicherheitsförderung im Schulsport" bzw. dessen Erläuterungen. Auf den Seiten 50ff findet sich zu dem Problem lediglich folgender passender Abschnitt: "Der Akklimatisation, d.h. der Anpassung des Körpers an große Höhenunterschiede, sollte durch geringe Fahrintensität am ersten Tag Rechnung getragen werden." Von einem Fahrverbot am ersten Tag (auch aufgrund der vorausgegangenen Nachtfahrt) steht im Erlass bzw. den Erläuterungen also nichts!

Allerdings gibt es noch so etwas wie die allgemeine Sorgfaltspflicht. Von daher sollte man vor dem Hintergrund der vorherigen Nachtfahrt und des daraus resultierenden, fehlenden bzw. geringen Schlafs am ersten Tag von Skiunterricht im eigentlichen Sinn absehen. Denkbar sind wohl Spiele im Schnee, Gewöhnungsübungen und ggf. erste Balance- und Gleitübungen um dem natürlichen Bewegungsdrang der Schüler entgegen zu kommen. Frische Luft und Bewegung am ersten Tag sind sicherlich sinnvoll.

Letztendlich trägt der Skilehrer die Verantwortung und muss wohlüberlegt den Grad der Aktivität auf die gegebenen Voraussetzungen abstimmen.

(16.8.04)

Thema: Schwimmen und Baden auf Wandertagen bzw. Klassenfahrten:

Im Zusammenhang mit der Vorbereitung oder Durchführung von Wandertagen und Klassenfahrten treten vielfach Fragen auf, die sich auf die Nutzung von Schwimmbädern beziehen. Vielen Kolleginnen und Kollegen sind hier die Bestimmungen offenkundig nicht in allen Punkten vollständig klar.

Maßgeblich sind für derartige Unternehmungen zunächst die Richtlinien für Schulwanderungen und Schulfahrten (BASS 14 – 12 Nr.2). Dort heißt es u.a.:

„Für sportliche Unternehmungen mit einem erhöhten Sicherheitsrisiko (z.B. Schwimmen und Baden, ...) gelten auch bei Schulwanderungen und Schulfahrten der Runderlass „Sicherheitsförderung im Schulsport“ vom 30.8.2002 (BASS 18 – 23 Nr.2) sowie die „Sicherheitsvorschriften für das Schwimmen im Rahmen des Schulsports“ und die Erläuterungen und Empfehlungen zur Sicherheitsförderung im Schulsport“ Heft 1033 der Schriftenreihe „Schule in NRW“.“

In diesem zitierten Heft wird wiederum Bezug genommen auf diese Richtlinien für Schulwanderungen und Schulfahrten, so dass sich diese Quellen gegenseitig als für diesen Sachverhalt bedeutsam benennen.

Im Runderlass „Sicherheitsförderung im Schulsport“ wird im Punkt 2.3 hinsichtlich der Zuständigkeit für die Aufsicht ausgeführt:

„....; bei Übungen mit besonderen Gefahrenmomenten ist es in der Regel unerlässlich, dass die Lehrkräfte selbst den Ablauf der Übungen überwachen und ggf. eingreifen.“

Weiter heißt es im Hinblick auf das Schwimmen:

„Wegen der besonderen Gefahren des Schwimmens werden an die mit der Erteilung des Schwimmunterrichts beauftragten Fachlehrkräfte und weiteren Aufsichtspersonen sowie an die mit der Leitung außerunterrichtlicher Schulveranstaltungen im Schwimmen und Baden beauftragten Lehrkräfte und weiteren Aufsichtspersonen besondere Anforderungen hinsichtlich der fachlichen Qualifikation, der Organisation sowie der Aufsichtsführung gestellt.“

Die o.g. „Sicherheitsvorschriften für das Schwimmen im Rahmen des Schulsports“ präzisieren dann diese Anforderungen bzgl. der notwendigen Rettungsfähigkeit (vgl. S. 9 im o.g. Heft 10.33).

Vor diesem Hintergrund ist die Frage:

„Müssen die Lehrerinnen und Lehrer, die auf einem Wandertag / einer Klassenfahrt das Schwimmen betreuen (beaufsichtigen), rettungsfähig sein?“

klar mit ja zu beantworten. Die Frage:

„Kann die Aufsicht teilweise an die Schwimmmeister oder an die DLRG-Rettungswacht übertragen werden?“

muss mit nein beantwortet werden, wie aus dem zweiten Zitat oben („..selbst...“!!!) hervorgeht. Außerdem heißt es bei den „Sicherheitsvorschriften für das Schwimmen im Rahmen des Schulsports“ auf Seite 11 im Hinblick auf das Badeaufsichtspersonal:

„Die Anwesenheit weiterer Personen entbindet die Lehrkraft jedoch nicht von ihrer Aufsichtspflicht.“

Allerdings bezieht sich dieser Abschnitt auf den konkreten Fall des Schwimmunterrichts. Im Rahmen eines Wandertages oder einer Klassenfahrt nutzt man jedoch das Bad im Rahmen des öffentlichen Badebetriebes, so dass dadurch sicher gestellt ist, dass neben der eigenen Aufsicht zusätzlich auch die Aufsicht des Badpersonals gegeben ist.

Bei der Durchführung der Aufsicht steht man schnell vor dem Problem einer unübersichtlichen „Badelandschaft“. Daher stellt sich unmittelbar die Frage:

„Was ist zu beachten, wenn das Bad einen Hallenbereich und einen Außenbereich hat?“

Dazu heißt es bei den „Sicherheitsvorschriften für das Schwimmen im Rahmen des Schulsports“ im Hinblick auf den Schwimmunterricht ebenfalls auf S. 11:

„Die Lehrkraft muss ihren Platz so wählen, dass sie alle im Wasser befindlichen Schülerinnen und Schüler sehen kann.“

Da es sich auch hier um Ausführungen zum Schwimmunterricht handelt, ist die Anwendung auf die Situation beim Wandertag / bei der Klassenfahrt nicht zwingend in ganzer Schärfe gegeben. Sofern keine besonderen Gefahrenpunkte (Sprungbereich, lange/schnelle Rutschen, Wildwasserbahn, etc.) vorhanden sind, kann die Aufsichtsführung beim „normalen“ Schwimmbecken mit Innen- und Außenbereich durchaus arbeitsteilig durch Badpersonal und Lehrkraft durchgeführt werden. Allerdings liegt die Verantwortung letztendlich immer bei der Lehrkraft (s.o.). Bei besonderen Gefahrenpunkten ist erheblich umsichtiger zu verfahren (vgl. Sicherheitsvorschriften beim Wasserspringen etc. S. 57).

Außerdem hängt die Organisation der Aufsichtsführung auch von der Schwimmfähigkeit der Gruppe ab. Gibt es in der Gruppe Nichtschwimmer (ggf. auch nur einzelne), so geht man davon aus, dass eine Lehrkraft maximal 15 Schüler in einem Nichtschwimmerbecken beaufsichtigen kann. Mehr dürfen sich dann nicht zeitgleich im Wasser befinden! Handelt es sich ausschließlich um Schwimmer, so darf die Gruppengröße der allgemein üblichen Klassengröße entsprechen. Die Schwimmfähigkeit muss dabei nicht über ein Schwimmabzeichen nachgewiesen werden, es genügt die Befragung des Sportlehrers, der ggf. aufgrund seiner Beobachtungen im Schwimmunterricht die Schwimmfähigkeit festgestellt hat.

Eine Sondersituation liegt dann vor, wenn im Einzelfall (also ein Fall, der nicht die Regel ist!) ein öffentlicher, aber nicht beaufsichtigter Badeplatz benutzt wird. Hier müssen alle Schülerinnen und Schüler im Besitz des Deutschen Jugendschwimmabzeichens (Bronze) sein und die aufsichtsführende Lehrkraft muss über das Deutsche Rettungsschwimmabzeichen in Silber verfügen sowie den Badeplatz kennen. Ähnlich hohe bzw. noch höhere Anforderungen sind formuliert für weitere Anwendungsbereiche des Wassersports. Diese sind im o.g. Heft 1033 auf S. 13  bzw. S. 56 bis S. 61 nachzulesen.

(22.1.03)

Thema: Neuer Sicherheitserlass:

Endlich ist er da; dabei ging es doch etwas schneller als zunächst gedacht (s.u.). Der erste Blick in den Erlass bringt einige wichtige Neuerungen hervor: Für bestimmte Sportarten (Schwimmen, Tauchen mit Pressluft, Kanufahren, Rudern, Reiten/Voltigieren) werden nicht nur bestimmte Fähigkeiten der Lehrkräfte vorausgesetzt, sondern auch die Existenz entsprechender Bescheinigungen! Dabei wird für die Auffrischung der Rettungsfähigkeit auch ein konkreter Zeitraum (4 Jahre) genannt. Außerdem finden sich für die Nutzung von Turnmatten exakte Angaben über Auswahl von Matten bei bestimmten Sprunghöhen (gab es bislang lediglich in einer Handreichung vom GUVV).

(9.12.02)

Thema: Neuer Sicherheitserlass:

Nach den letzten Informationen wird der bereits lange angekündigte, neue Sicherheitserlass weiter auf sich warten lassen. Derzeit ist davon auszugehen, dass er während des 2. Halbjahres (evtl. erst zu den Sommerferien) schriftlich vorliegen wird. Sollten vorab Neuigkeiten dazu zu erfahren sein, so erfährt man es z.B. hier!

(30.9.02)

Thema: Sicherheitsbestimmungen zum Schwimmen:

Der neue Erlass zur Sicherheitsförderung im Schulsport, der in den kommenden Wochen erscheinen wird, enthält u.a. eine wesentliche Neuerung:

Jede Kollegin / jeder Kollege, muss bei einem Besuch mit seinen Schülern im Schwimmbad, etwa im Rahmen eines Wandertages, jetzt - im Gegensatz zu vorher - die Rettungsfähigkeit besitzen!

(2.9.02)

Thema: Umsetzung der neuen Richtlinien S I

Die neuen Richtlinien Sport sind im Schuljahr 2002 / 2003 in den Klassen 5 und 6 umzusetzen. Ab dem Schuljahr 2003 / 2004 sind diese Richtlinien für die gesamte S I verbindlich. Daher ist zu empfehlen, dass in diesem Schuljahr auch in den Klassen 7 bis 10 wenigstens in Abschnitten der Sportunterricht anhand von pädagogischen Perspektiven konzipiert und durchgeführt wird.

(2.9.02)

Thema: „Sicherheitsförderung im Schulsport“

Folgender Fall wurde angesprochen: Piercing lässt sich nicht abkleben (z.B. Bauchnabel-Piercing) und wird nicht entfernt, so dass die Teilnahme an einer konkreten Übung (z.B. Reckturnen) nicht möglich ist. 

Verfahrensweise nach Auskunft der Bezirksregierung: Die Lehrkraft hat zunächst alle pädagogischen Möglichkeiten auszuschöpfen, den Schüler/ die Schülerin dazu zu bewegen, eine Teilnahme möglich zu machen. Geht der Schüler/ die Schülerin darauf in keiner Weise ein, so ist der Schüler / die Schülerin nicht arbeitsfähig und hat dies selbst zu verantworten. Da dies der Arbeitsverweigerung gleichkommt, kann diese einzelne nicht erbrachte Leistung letztendlich mit 6 bewertet werden 

(2.9.02)

Thema „Videoaufnahmen im Sportunterricht"

Es wurde die Frage aufgeworfen, inwieweit der Einsatz von Videoaufnahmen im Sportunterricht rechtlich einwandfrei ist. Konkret: Dürfen Schüler es grundsätzlich ablehnen (im Sinne des Persönlichkeitsschutzes), im Sportunterricht gefilmt zu werden? 

Die grundsätzliche Ablehnung von Filmaufnahmen hat keine rechtliche Grundlage. Für den Einsatz von Videoaufnahmen muss allerdings folgendes beachtet werden: 

Die Videoaufnahmen müssen ausschließlich dem Lernerfolg des Schülers dienen (z.B. Rückmeldung über die Bewegungsausführung, Bewegungsqualität usw.); sie dürfen nicht zur Diskriminierung führen. Es versteht sich von selbst, dass diese Funktion dem Schüler transparent zu machen ist und auf eine Akzeptanz seinerseits pädagogisch hinzuwirken ist. Auf keinen Fall erlaubt ist der Einsatz von Videoaufnahmen zur Benotung (z.B. Prüfungsablauf filmen und nach dem Unterricht in Ruhe zur Bewertung heranziehen).